Beim Suppen-Kasper in Bergen

Hier isst man gerne seinen Teller leer


„Ich esse keine Suppe! Nein!“, heißt es in der Geschichte vom Suppen-Kasper. Auch in Bergen gibt es solch einen Suppen-Kasper. Doch anders als in der Geschichte vom Jungen, der sich weigert, seine Suppe zu essen und schließlich verhungert, liebt man hier Suppen. Denn der Suppen-Kasper von Bergen ist kein quengelnder Junge, sondern eine junge Frau mit blondem Rapunzelzopf und einem strahlenden Lächeln.

Von Montag bis Freitag kredenzt Sylvia Marquardt drei Wochensuppen plus eine Tagessuppe. In ihre kleine Suppenküche am Marktplatz sitzen sie alle: der Bauarbeiter neben der Chefsekretärin neben dem Versicherungskaufmann neben der Bürgermeisterin, hier trifft man sich, um gemeinsam die Suppe auszulöffeln, die Sylvia am Vormittag nach eigenen oder überlieferten Rezepten eingerührt hat. Dazu wird frisch gebackenes Brot gereicht.

Das Angebot steht auf einer Kreidetafel am Haus: Wer es altbewährt liebt, entscheidet sich für einen deftigen Kohleintopf, für Vegetarier gibt es eine würzige Tomaten-Creme-Suppe und wer das Experiment mag, greift zur Spinatsuppe mit Bratwurst. Alle Suppe gibt es in kleinen und großen Portionen, auch zum Mitnehmen. Zum Beispiel, um sie auf dem Klosterhof hinter dem Haus zu genießen. Ob als stärkende Mahlzeit oder als kleiner Imbiss bei langen Inselwanderungen – hier isst man gern seinen Teller leer.

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